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Bonn - Beton- und Risssanierung

Beton- und Riss-Sanierung mittels Acrylatgel-Verfahren in Anlehnung an ZTV-RISS
  
Joachim Reuschlein
Lömpel Bautenschutz GmbH & Co. KG
NL Neu-Isenburg
  
Der als zweites Abgeordnetenhaus geplante Schürmann-Bau in Bonn mit den dort vorgefundenen Hochwasser-Schäden kann als die klassische Beton- und Riss-Sanierungsbaustelle in Deutschland klassifiziert werden.
  


Ein bekannter Einsatzort: Verpressbaustelle Schürmann-Bau, Tiefgarage
  
  
  

Kleine Chronik

In der Nacht vom 22. auf den 23.12.1993 drang Rhein-Hochwasser in den Baustellenbereich ein. Der Hauptgebäude-Komplex geriet durch das Hochwasser unter Auftrieb und hob sich in Teilen um mehrere Dezimeter. Im weiteren Tagesverlauf wurden dann die Innenräume der Untergeschosse vollständig überflutet. Durch den dadurch entstandenen Auftriebsverlust traten Rücksetzungen ein, die jedoch ungleichmäßig auftraten, so dass sich das Gebäude quasi verkantete.

Die durch ungleichmäßige Setzungen aufgetretenen wasserführenden Risse im Bereich Tiefgarage Schürmann-Bau sind zu verpressen. So lautete der Auftrag an die ausführenden Fachfirmen im Juli 2001. Begonnen worden war mit dem Bau im Jahre 1989 nach Plänen des Kölner Architekten Joachim Schürmann. Es sollte eine Erweiterung zum nebenstehenden Abgeordnetenhauses ("Langer Eugen") werden. Bis zum Wassereinbruch wurden ca. 370 Mio. DM verbaut, danach kostete die Überwachung und Unterhaltung der Schadensstelle täglich 28000 DM, bis im April 97 erste Sanierungsmaßnahmen begannen.
  
  
Komplettes Schadensausmaß nach Kugelstrahlen ersichtlich
  
Nach Reinigung der Bodenflächen im Kugelstrahlverfahren wurde durch Kantenausbrüche im Rissbereich das Schadensausmaß erst deutlich sichtbar. Da die Risse teilweise wasserführend waren und somit die geplante Fußbodenbeschichtung zerstört hätten, war eine abdichtende Verfüllung der Rissbereiche nötig. Zuerst wurden die ganzen Rissbereiche durchgehend markiert und der Bohrlochabstand für die Verpresskanäle festgelegt. Die Verpresskanäle wurden nach dem Bohren gereinigt durch Ausblasen und die Bohrpacker/ Injektionsstutzen gesetzt (Abb.2).
  
  
Kein Verschließen wegen Injektionskontrolle
  
Entgegen der Vorgabe der ZTV-RISS wurde hier bewusst auf ein oberseitiges Schließen der Rissbereiche verzichtet, um den fortschreitenden Injektionsvorgang durch Austritt des Verpressgutes besser kontrollieren zu können. Das Füllgut auf Acylatgelbasis wurde durch verschiedene Vorversuche nebst Probeentnahmen für das Objekt festgelegt. Dann erfolgte die Injektion über die Verpressstutzen und die Bohrkanäle in den Rissbereich mit einer 2-Komponentenpumpe, bis zum Austritt auf der Oberfläche des Stahlbetonbodens der Tiefgarage (Abb. 3). Während des gesamten Verpressvorganges wurden die Rissprotokolle mit den darin enthaltenden Daten (etwa zu Verbrauchsmengen, Injektionsdrücken) gemäß ZTV-RISS geführt (Abb. 4). Nach der Abbindezeit des Injektionsgutes wurden die Verpressstutzen entfernt und die Injektionskanäle mit einem PCC-Mörtel verschlossen.
  
  
Qualitätskontrolle per Auflistung und Bohrkern
  
Zum Abschluss der Verpressarbeiten wurden noch die Betonflächen in den Rissbereichen von überschüssigem Injektionsmaterial befreit. Während der Durchführung der Arbeiten wurde eine Güteüberwachung als Eigenüberwachung durchgeführt. Unter anderem wurden dabei folgende Angaben dokumentiert:
  

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Bezeichnung des verwendeten Verpressgutes mit Chargennummer, sowie der verbrauchten Menge, zugeordnet zum jeweiligen Riss.
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Art der eingesetzten Geräte und ständige Überprüfung der Funktionsfähigkeit während der Ausführung.
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Namen des ausführenden und überwachenden Fachpersonals, sowie Protokollierung
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Menge und Chargennummer des tatsächlichen in die Risse und Hohlräume gefüllten Füllgutes, sowie Zuordnung zum jeweiligen Riss, bzw. Bauteilabschnitt.

Zur Kontrolle des Verpresserfolges wurden zusätzlich nach Abschluss der Verpressung Bohrkerne im Rissbereich der Bodenplatte entnommen (Abb. 5). Hier zeigt sich, dass durch das Penetrierverhalten des Verpressgutes ein fast hundertprozentiges Verschließen des Rissbereiches durch das Verpressgut erfolgte bei entsprechender Kraftschlüssigkeit bzw. Anbindung der Rissflanken.
  


Fazit
  
Die Ausführung erfolgte gemäß ZTV-RISS 93, jedoch nach Vorgabe des Auftraggebers mit einem Füllgut auf Acrylatgelbasis. Die Aufgabe kann im Rahmen der Beauftragung nach der durchgeführten Qualitätskontrolle als erfolgreich gelöst betrachtet werden.

 

Bautafel

Auftraggeber: Bundesamt f. Bauwesen u. Raumordnung, Bonn
Ausführende
Fachunternehmen:
Lömpel Bautenschutz GmbH
& Co KG Arnstein, NL Neu-Isenburg;
Tricosal GmbH, Willich
Eingesetzte Sanierungsmittel: Injektionsgel 250
- von Webac Chemie GmbH, Barsbüttel
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